Zuletzt aktualisiert 2. April 2025
Die erstinstanzliche Verurteilung von Marine Le Pen zu vier Jahren Haft und dem Verlust der Wählbarkeit für fünf Jahre hat weltweit Empörung ausgelöst. Der ungarische Präsident Viktor Orbán war einer der ersten, der sich mit Le Pen solidarisiert hat. Er postete bei X: „Je suis Marine!“ (Ich bin Marine!)
Elon Musk äußerte: „Wenn die radikale Linke nicht mittels einer demokratischen Wahl gewinnen kann, missbraucht sie das Rechtssystem, um ihre Gegner ins Gefängnis zu stecken.“
Noch schwerer wiegt eine offizielle Stellungnahme zum Le-Pen-Urteil aus Washington. Tammy Bruce, die Sprecherin des US-Außenministeriums, sagte, „der Ausschluss von Menschen aus dem politischen Prozess“ in Frankreich sei „besonders besorgniserregend“ vor dem Hintergrund der Tatsache einer „aggressiven und korrupten Justizverfolgung“ von Donald Trump in den USA. Die US-Regierung wird möglicherweise das Ergebnis einer französischen Präsidentschaftswahl ohne Beteiligung von Marine Le Pen nicht anerkennen.
Die hält an ihrer Kandidatur fest. Sie will vor dem Wahltermin im Jahr 2027 ein Urteil der Berufungsinstanz herbeiführen, um doch noch kandidieren zu können. Zwar ist unwahrscheinlich, dass die französische Strafjustiz im Fall Le Pen so schnell urteilt. Dann aber würde ein anderer Kandidat des Rassemblement National (RN) von der Diskussion um ein schwebendes Verfahren gegen Le Pen profitieren – vielleicht ja Jordan Bardella, der charismatische Vorsitzende des RN, der Frankreichs jüngster Präsident werden könnte.